Dienstag, 19. August 2008

Subjektunfähigkeit (nach Kant)

"Der Geselle, der Dienstbote, der Unmündige, alle Frauenzimmer - das heisst: überhaupt jedermann, der nicht nach eigenem Betrieb, sondern nach der Verfügung anderer genötigt ist, seine Existenz zu erhalten, entbehrt der bürgerlichen Persönlichkeit".

I. Kant: Die Metaphysik der Sitten (1797, A 167, 168)

*zitiert in: K.-H. Wedel: Die Höllenfahrt des Selbst, Krisis 26 (2003)

Subjektfähigkeit (nach Kant)

"Derjenige nun, welcher das Stimmrecht in dieser Gesetzgebung hat, heisst Bürger (citoyen, i.e. Staatsbürger). Die dazu erforderliche Qualität ist ausser der natürlichen (dass es kein Kind, kein Weib sei) die einzige: dass er sein eigener Herr sei, mithin irgend ein Eigentum habe".

I. Kant: Über den Gemeinspruch (A 246, 247)

*zitiert in: K.-H. Wedel: Die Höllenfahrt des Selbst, Krisis 26 (2003)

Sonntag, 17. August 2008

Gut gestikulierend

NACHT-DER-WELT-027
Jürg Zahnd (Ohne Titel) - All rights reserved - Copyright: pro litteris

"Ein Marionettenspiel, bei dem alle gut gestikulieren, aber in deren eigenen Figuren doch kein Leben anzutreffen ist."
nach Immanuel Kant (1788)

Glücksgefühl im Aufbruch

In den Berichterstattungen zu 1968 wird eine wichtige Kategorie vergessen, das Glücksgefühl im Aufbruch. Das Glücksgefühl dabei zu sein, während es geschah, während wir es ausriefen, gründeten, erfanden. Als wir wirklich wurden, als wir aufhörten aus zweiter Hand zu leben. Als wir einander freudig erwarteten, neugierig. Wohlwollend.

nach Verena Stefan (2008)

Samstag, 16. August 2008

Freiheit und Gleichheit

Wenn also die ökonomische Form des Austausches nach allen Seiten hin die Gleichheit und Gleichgültigkeit der Subjekte setzt, so der Inhalt oder Stoff, der individuell und sachlich zum Austausch treibt, die Freiheit dieser Subjekte. Der Austausch von Tauschwerten ist die produktive, reale Basis der liberalen Gleichheit und Freiheit. Als "allgemeine" Ideen gefasst, bleiben sie doch das Lichtbild der gesellschaftlichen Verhältnisse.

nach Karl Marx (1856)

Donnerstag, 14. August 2008

Nacht der Welt

NACHT-DER-WELT-030
Jürg Zahnd (Ohne Titel) - All rights reserved - Copyright: pro litteris

"hier schiesst dann ein blutiger Kopf - dort eine weisse Gestalt plötzlich hervor" (Hegel)

Mittwoch, 13. August 2008

Affirmative Verdoppelung

Die moderne Philosophie verdoppelt in ihren identitätslogischen Deutungsmustern abstrakte gesellschaftliche Beziehungs- und Bewussteinsstrukturen, in denen sich die Akteure stets schon aufhalten und bewegen.

nach Ø. Petterson (2008)

Montag, 11. August 2008

Substanzloses Subjekt

Der Wert (das Kapital) stellt sich als unendlich prozessierende sich selbst bewegende Substanz dar.

Im Wechsel seiner Durchgangsformen - Geld und Waren - verändert er seine Grösse, indem er sich als Mehrwert von sich selbst abstösst, sich selbst verwertet und wieder eins mit sich selbst wird. Die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigene Bewegung - also Selbsterzeugung als Selbstverwertung.

Der Wert wird zum okkulten Subjekt des gesellschaftlichen Prozesses - und lässt die Puppen tanzen.

nach Karl Marx (1856)

Entkoffinierter Kaffee

Die virtuelle Realität bietet uns eine um ihre Substanz beraubte Realität, d.h. eine Realität ohne den widerständigen harten Kern des Realen. So wie entkoffinierter Kaffee genau so duftet und riecht wie echter Kaffee, ohne doch echter Kaffee zu sein, erleben wir die virtuelle Realität, ohne dass sie wirklich ist. Und zwischen meiner faszinierenden Bildschirmidentität und dem jämmerlichen Fleisch, das ich tatsächlich bin, öffnet sich eine düstere Kluft.

nach Slavoj Zizek (2002)

Die Melodie aufnehmen

In Japanese cultural traditions, the act of emulating works of predecessors is called honka-dori, "taking up the melody." Not scathed as mere,
copying, it is regarded as a praiseworthy effort.

Hiroshi Sugimoti

Montag, 28. Juli 2008

BLOG-Beiträge 19. Mai 2008 - 27. Juli 2008 (PDF)

politik-der-trueben-leidenschaften (pdf, 200 KB)

Sonntag, 27. Juli 2008

homo sacer (II)

Dem "homo sacer" wird jede anderer Qualifierung und jede andere Möglichkeit der Wahrnehmung und Erfahrung als die eines der Vernichtung preisgegebenen, nackten (blossen) Lebens gewaltsam verweigert.

nach G. Agamben (2002) und Ø. Petterson (2008)

homo sacer (I)

Der Begriff des "homo sacer" des römischen resp. germanischen Rechts hat eine Entsprechung in der auch heute noch umgangssprachlich bekannten Bedeutung der "Vogelfreiheit". "Vogelfreiheit" bedeutet die gewaltsame und sanktionierte Ausstossung von Menschen aus einer etablierten Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie deren strafrechtlich sanktionslose Verfolgung und physische Vernichtung. Die Leiche des "homo sacer" darf gemäss römischen resp. germanischem Recht nicht bestattet werden, sondern sie wird den Vögeln (d.h. der äusseren "Natur") zum Fraß überlassen.

nach G. Agamben (2002) und Ø. Petterson (2008)

Literatur

Negative Dialektik
Adorno, Th. W.

Homo sacer - Die Souveränität und das nackte Leben
Agamben, Giorgio

Die Fesseln der Liebe
Benjamin, Jessica

Phänomenologie des Geistes
Hegel, G.W.F.

Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie
Marx, Karl

Die Illusion der anderen
Pfaller, Robert

Die Tücke des Subjekts
Zizek, Slavoj

Kontakt

metamaschine@gmail.com

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